F1 - Team Duckman turbo

Die Ente hat schon alles mitgemacht, was alle anderen Autos auch schon gemacht haben und mehr . . . Sei es die Rallye Paris-Dakar, die Rallye Monte Carlo oder die Carrera Panamerica, von Höhenweltrekord, Fernfahrten und anderen Dingen ganz abgesehen. Aber in der Formel 1 hat sie noch nicht mitgemischt. Das ändert sich jetzt aber schlagartig. Als das Team von Alain Prost pleite ging hat mich der Formel 1-Boss Bernie Ecclestone angerufen, ob ich die Lücke schließen könnte, damit wieder ein Team mit französischen Fahrzeugen mitmachen könne. No problem, Enten haben wir genug, Motoren, Getriebe und das ganze Werkzeug, warum nicht ?

Die ersten Testfahrten im Januar in Spanien auf dem Circuit de Catalunya verliefen sehr vielversprechend. Johannes hat wie ein Wilder an den Getriebezahnrädern gefeilt um die optimale Übersetzung zu erzielen, Kathrin hat den Kabelbaum auf die erforderlichen Aggregate reduziert und ich hab dem Vergaser mittels größerer Bedüsung auf die Sprünge geholfen. Leider sind wir bei der Gewichtskontrolle negativ aufgefallen, weil unsere Enten zu leicht waren. Naja, dann halt 4 oder 5 kaputte Antriebswellen in den Kofferraum geworfen und gut. Die ersten Rundenzeiten waren schon sehr akzeptabel. Nur so ca. 1 oder 2 Minuten über der Bestzeit des Tages von Michael Schumacher. Und wir sind pro Runde nicht mehr wie einmal überrundet worden, ist doch als Einsteigerteam schon mal positiv zu vermerken. Auch ein Lob haben wir bekommen ! Jacques Villeneuve hat sich über unseren Windschatten gefreut, der anscheinend riesig sein muß, aber er meinte er hätte dann doch Probleme gehabt rechtzeitig rauszuziehen. Das haben wir auch gemerkt, weil jedesmal, als der an uns vorbeizog hat es unsere Enten 2 - 3 Meter versetzt.

Leider konnten wir Mika Hakkinen nicht dazu bewegen als Pilot zu fungieren, daher mußten wir, wegen fehlender Gelder ( als Sponsoren haben wir lediglich Den Entenschnabel und die Telekom . . . ) selber fahren. Johannes hat die Stellung an den Boxen gehalten, Kathrin und ich haben die Enten um den Kurs gebolzt. Beim Boxenstopp mußten wir aber selber mitanfassen. Sei es, daß einsetzender Regen uns zwingt das Verdeck zu schließen oder um eine Blinkerbirne zu erneuern. Die erste Saison lief ganz gut, leider sind wir einmal disqualifiziert worden, weil an meiner Ente die AU abgelaufen war. Die beste Platzierung war in England, als wir beide ins Ziel kamen und nur 10mal überrundet wurden. Unsere Bemühungen im Formel 1-Zirkus mitzumischen sind zwar einerseits sehr schwierig, aber andererseits zwecks Technik der Ente sehr einfach. Wir brauchen z.B. keinen Knopf am Lenkrad, um die Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse von 120 km/h nicht zu überschreiten. Die Philosophie des neuen Formel 1-Teams Duckman turbo lautet: Vollgas ! Überall !

Wir haben uns auch schon einigen Respekt verschafft bei den großen Teams, als es uns gelang beim Grand Prix in Belgien die Pole Position zu ergattern! Platz 1 und 2 für Kathrin und Clemens in Spa/Francorchamps ! Durch einsetzenden Schneefall im Training und rechtzeitiger Umrüstung auf Michelin 135 X M&S war das ein leichtes Spiel, weil alle anderen Teams keine Winterreifen dabei hatten. Leider hat uns einsetzendes Tauwetter am Renntag einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir durch einige Boxenstopps ( Entfernen der Winterabdeckung am Kühlergrill, Schneeketten demontieren usw. ) nach hinten durch das Feld durchgereicht wurden. Auch in Monte Carlo hätten wir fast den Durchbruch geschafft, passable Rundenzeiten, gute Platzierung im Training, aber im Rennen hat es dann doch nicht so toll geklappt. Mir ist eine Sicherung durchgebrannt und hatte kein Rücklicht mehr, daraufhin ist mir Coulthard im Tunnel auf die Ente draufgeknallt. O.k., durch diese Beschleunigung bin ich noch an Heidfeld vorbeigezogen, aber geradeaus, leider kommt da 'ne Kurve, aus das Rennen. Kathrin konnte dann noch eine Position gutmachen, aber hat diese dann gleich wieder verloren, weil Entenfahrerinnen oder Entenfahrer an keiner Ente vorbeifahren, die eine Panne haben. . .

Eine Bitte hab ich noch an meine Mutter, mit der ich bis dato immer die Formel 1-Rennen am Telefon in den Werbepausen verfolgt habe. Erstens gibt es in den Rennen keine Werbepausen, zweitens habe ich keinen Fernseher in der Ente und drittens ist es ultranervig, wenn das Handy klingelt und ich grade zum Überholen des Safety-Cars ansetze . . .

Der Entenmann Berlin Duckman turbo F1 - Team

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