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Spezialwerkzeug
und Anwendung für den 2 CV made by Der Entenmann © 1989
- 2XXX Bremstrommel-Abzieher
Abzieher für die hinteren Bremstrommeln sind äußerst teuer
und wer nicht alle Woche an irgendeiner Ente schraubt, braucht diesen
auch nur alle drei Jahre. Alternative hierfür ist so simpel wie genial.
Man benötigt hierzu eine alte Felge, eine ca. 20 cm lange Gewindestange
M 12 und noch ein paar M 12-Muttern. Eine Mutter wird in die Mitte der
Gewindestange gedreht und in das Loch in der Mitte der Felge gesteckt.
Dann eine zweite Mutter von der anderen Seite drauf und die Gewindestange
ausrichten, so daß sie senkrecht durchgeht und die Mutter anziehen.
Jetzt wird die Mutter an der Felgeninnenseite festgeschweißt. Die
Mutter außen kommt nun an das Ende der Gewindestange und wird ebenfalls
festgeschweißt, das gleiche passiert am anderen Ende der Gewinde-stange.
Wenn wir nun die Bremstrommel abziehen wollen können wir diese Arbeit
einem Vorschulkind überlassen, da keine Armold-Schwarzenegger-Kräfte
und ähnliches benötigt werden. Etwas Fett auf die innere Mutter
ist ebenso hilfreich wie das Zurückdrehen der Einstell-Excenter (wer
hat das nicht auch schon vergessen ?).
Selbst Bremsen mit zugegammelten Zylindern und festen Bremsbacken
nach längerer Standzeit sind kein Thema mehr, allerdings werden
dabei die Bremsbacken verbogen und die Teller mit den Festhaltefedern
knallen durch, aber solche Bremsen sollten sowieso komplett erneuert
werden. Zum Abziehen der Brems-trommel die Gewindestange in die
Felge des Abziehers reindrehen, dann mit den Radmuttern auf die
Trommel schrauben, die Gewindestange reindrehen, diese drückt
auf den Achszapfen und die Felge zieht die Trommel mit sanfter Gewalt
ab. Die Methode mit dem aufgeschraubten Rad die Trommel runterjuckeln
ist nicht zu empfehlen, da hierdurch das Radlager hops gehen kann.
Lenksäulen-Abzieher
Die Lenksäule, die bei Rahmenwechsel, Vorderachsen-Ausbau oder Geradestellen
von Zweispeichen-Lenkrädern ausgebaut, bzw. gelöst werden muß
geht meistens eine recht heftige Verbindung mit dem Lenkritzel ein. Dazu
erst mal die Abdeckung des Lenkrades abnehmen und Rostlöser in die
Lenksäule kippen und gut einwirken lassen. Die Lenksäulenschelle
(SW 11) läßt sich am besten nach Abbau des Ko-tflügels
lösen. Schraube entfernen und die Schelle mit einem Schraubendreher
aufhebeln, so daß sie nach unten fällt.
Jetzt muß noch der Sperring des Lenkradschlosses entfernt werden.
Hierzu die Abdeckung um den Sperring abschrauben (SW 7) und das Lenkradschloss
entriegeln. Jetzt das Lenkrad drehen und in den Fußraum der
Ente abtauchen und von rechts hinten in die Öffnung, des Lenkradschlosses
gucken. Dort seht Ihr dann den Sperring, der mit zwei Inbusschrauben
SW 5 befestigt ist. Die Schrauben soweit lösen, bis der Sperring
auf der Säule nach unten geschoben werden kann. Sinnvoll ist
es das Blinkrelais zu ent-fernen, weil das da ein bißchen im
Wege ist.
Jetzt muß nur noch die Lenksäule raus. Manchmal reicht
es mit mehr oder minder kräftigen Handschlägen auf die Unterseite
der Lenkradspeiche die Lenksäule zu ziehen. Ist die Lenksäule
aber noch mit originalem Rost seit 1986 drin, so muß eine andere
Methode angewandt werden. Varianten mit Trenngabeln, Meißel
oder Schraubendreher auf die Unterseite der Lenksäule rumdöllern
ziehen meist deren Exitus nach sich. Ist die Lenksäule sowieso
schon gebrochen oder die Verzahnung dreht durch, so ist es ja egal,
aber dann muß darauf geachtet werden, daß die Verzahnung
des Lenkritzels nicht zerdöllert wird, wenn die nicht auch schon
hinüber ist . . .
Soll die Lenksäule weiterleben, so sollte ein Abzieher verwendet
werden. Meine Konstruktion hierzu sieht so aus: Man nehme ein altes Lenkrad
und entferne den Schaumgummi in der Mitte, wo es auf die Lenk-säule
geschraubt ist. Jetzt dieses Mittelteil abflexen und eine Mutter M 12
auf die Oberseite schweißen. Darauf achten, daß die Mutter
exakt plan auf dem Mittelteil sitzt. Die Mutter muß anschließend
noch mit der Flex bearbeitet werden, damit alle drei Schrauben der Lenkradbefestigung
auf die Lenksäule geschraubt werden können. Eventuell mit Inbusschrauben
arbeiten.
Jetzt eine Gewindestange M 12, die ca. 50 mm länger als die Lenksäule
ist, durch die aufgeschweißte Mutter drehen und auf der Oberseite
noch eine Mutter aufschweißen. Um die Lenksäule abzuziehen
das Lenkrad entfernen und den Abzieher in die Lenksäule stecken
und mit den drei SW 11-Schrauben be-festigen. Jetzt mit einem Schlüssel
SW 19 die Gewindestange in die Lenksäule drehen, bis sie am Lenkritzel
der Vorderachse ankommt. Beim Weiterdrehen wird jetzt die Lenksäule
sanft vom Ritzel gezogen. Voila !
Vor dem Einbau die Lenksäule überprüfen, ob die Verzahnung
noch ok ist, die Säule einen Riss hat ( meist im Bereich des
Ausschnittes für die Lenksäulenschraube ) oder sogar verbogen
ist. Beim Wiedereinbau den Sperring, die Abdeckung des Zünd-schlosses
und das Gummi am Pedalboden nicht vergessen. Die Lenksäulenschelle
am besten erneuern. Beim Eintreiben der Lenksäule am besten zu
zweit arbeiten. Einer klopft langsam von innen die Säule runter,
der zweite hält die Schelle um die Säule und dirigiert die
Lenk-säule langsam auf Position. Der Ausschnitt des Ritzels muß
exakt mit dem der Lenksäule fluchten, sonst habt Ihr Trauer beim
Versuch die Schraube zu montieren. Ganz wichtig: Immer eine neue Schraube
(Größe M7 x 50 mm), selbstsichernde Mutter und U-Scheiben
7x14 verwenden!
Natürlich muß beim Einbau auch die Position der Lenkradspeiche
beachtet werden. Beim Einspeichen-lenkrad Speiche auf acht Uhr, bei
Zweispeichenlenkräder logischerweise schön parallel. Nachdem
bei Zweispeichenlenkrädern die Lenksäule aufgeschoben ist
noch nicht alles zusammenschrauben, sondern durch eine kurze und vorsichtige
Geradeausfahrt die mittige Position des Lenkrades überprüfen
und gegebenenfalls die Lenksäule noch mal versetzen. Penible
Ausrichtung erhöht den Unterhaltungswert eines Zweispeichenlenkrades
enorm.
Vergaserfuß-Schlüssel
Der Registervergaser der Ente ist mit vier M8 / SW 12 - Muttern auf
dem Krümmer festgeschraubt. Die hin-teren Muttern sind mit einem
normalen Ringschlüssel gut zu erreichen. Anders die vorderen
Muttern, die mit einem normalen Schlüssel nur nach der Demontage
des Öleinfüllstutzens zu erreichen sind. Aber auch der Öleinfüllstutzen
läßt sich nur mit einem langen T-Griff-Schlüssel SW
11 oder einer Rätsche mit Verlängerung lösen, vom fummeligen
Wiedereinbau mal ganz abgesehen.
Also schreien die beiden vorderen Muttern nach einem Spezialwerkzeug.
Ich habe hierzu einen 12er Ring-schlüssel im Schraubstock rechtwinklig
abgebogen, so daß vom Ring bis zum Knick ca. 3 cm sind. Dann
das Gabelende abgeflext und aus einem Rohr ca. 1-1,5 cm Durchmesser
einen T-Griff angeschweißt. So kommt man hervorragend an die
versteckten Muttern ran.
Aus dem abgeflexten Gabelende habe ich mir das gleiche gebastelt,
weil der Ringschlüssel manchmal nicht greift, weil irgendwelche
Spezialisten die Mutter mit Hammer und Meißel festgezogen haben
und dadurch den Sechskant teilweise zertrümmert haben. Wichtig
ist, daß nur die Muttern SW 12 verwendet werden, da der Platz
für den Schlüssel ohnehin schon knapp bemessen ist. Wird
aus Ersatzgründen eine Mutter SW 13 draufgefriemelt, so hat man
echt Trauer beim Eindrehen und Festziehen der Mutter.
Spurstangenkopf-Einstellnuß
Um den Spurstangenkopf einzustellen oder auszubauen wird ein Spezialwerkzeug
benötigt. Die Methode mit Hammer und Schraubendreher zerstört
früher oder später das Innengewinde des Spurstangenendes
und die Schraube. Ich habe mir aus einer 1/2'-Nuß etwas gebastelt.
Die Nuß habe ich abgeflext, so daß nur die Aufnahme für
die Rätsche übrigbleibt. Dann habe ich aus 3mm starken Metallstreifen
ein Kreuz drauf-geschweißt, das exakt in die Einstellschraube
des Spurstangenkopfes paßt. Damit kann man nun schön mit
Gefühl die Schraube lösen oder die Einstellung vornehmen.
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Spezielle Nüsse
Um die Bremse hinten einzustellen bedarf es einiger Vorsicht, da ein Abrutschen
mit dem Ringschlüssel oder Rätsche bei festgegammelten oder runden
Excenter-Sechskant die Bremsleitung in unmittelbarer Nähe liegt und
leicht beschädigt werden kann. Davon abgesehen kann man mit einem runden
Sechskant keine Bremsen mehr einstellen. Die seit einiger Zeit erhältlichen
Metrinch-Werkzeuge, die auch tierisch rundgedrehte Muttern oder Schrauben
lösen gehören eigentlich fast schon zum Standard einer gut aus-gerüsteten
Werkstatt.
Diese Metrinch-Werkzeuge greifen den Sechskant nicht an den Ecken,
sondern durch die Wellenform an den Flanken an und daher läßt
dieses Werkzeug eine verhunzte Mutter relativ egal sein. Nachteil
bei den Nüssen ist, daß sie eine abgerundete Aufnahme haben
und die recht flachen Einstell-excenter-Muttern der hinteren Bremse
nicht richtig greifen. Ich habe an einer 14er-Metrinch-Nuß die
Rundung soweit abgeschliffen, daß die Nuß, auch bei rundem
Sechskant keine Chance mehr hat abzurutschen.
Dasselbe habe ich mit einer normalen 17er-Nuß gemacht. Damit werden
die Achsschrauben vorne ange-zogen, wenn beim Anfahren und Bremsen dieses
typische Knacken auftritt. Eventuell das Werkzeug mit einem Rangierwagenheber
an die Schraube drücken, so ist ein Abrutschen so gut wie ausgeschlossen.
Der Rangierwagenheber mit seinem drehbaren Teller ist dafür wie geschaffen.
Radnaben-Austreiber Um die Radnabe auszubauen wird ein Spezialwerkzeug benötigt.
Es ist eigentlich nur ein dicker Dorn mit folgenden Abmessungen:
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Mit diesem Teil und einem schweren Hammer kann man nun
die Radnabe nach außen raußschlagen. Dies wird notwendig,
wenn die Radnabe beschädigt ist und gewechselt werden muß
und vor allem beim Erneuern der Radlager.
Bremsen-Entlüftungs-Gerät
Muß die Bremsanlage nach dem Wechsel des HBZ, der Bremssättel,
der hinteren RBZ oder sonstwas ent-lüftet werden, so werden die meisten
Schrauber auf die altbewährte Methode zurückgreifen und mit einem
Helfer diese Arbeit verrichten. Einer sitzt in der Ente und pumpt mit dem
Bremspedal die Suppe durch und der andere ist an den Entlüftungsventilen
der RBZ oder des Bremssattels. Diese Methode funktioniert auch, aber kann
dem HBZ den Garaus machen, da im Alltagsbetrieb das Pedal ja nie komplett
durchgetreten wird. Diese unnatürliche Bewegung des HBZ kann zu dessen
Exitus führen, vor allem, wenn der HBZ schon ein paar Jährchen
auf dem Buckel hat. Außerdem muß man dabei immer zu zweit sein
. . .
geht auch alleine aber das will ich hier nicht näher beschreiben. Davon
abgesehen funktioniert diese Me-thode bei einem neuen HBZ gar nicht, da
der HBZ ja ohne Bremsflüssigkeit angeliefert wird und auch bei gefülltem
Behälter ist es fast unmouml;glich ist Flüssigkeit in den HBZ
zu bekommen, So wird verzweifelt auf das Pedal getreten und Luft mit minimalen
Bremsflüssigkeitsanteilen gepumpt. Da ich zu 98,57 % alleine in meiner
Werkstatt arbeite, habe ich mir da was einfallen lassen.
Die Einmann-Bedienung inklusive HBZ-Schonung. In der Zeitschrift Oldtimer-Praxis
Ausgabe 6/97 wurden Bremsentlüftungsgeräte vorgestellt,
die eigentlich alle nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Druckluft
mittels Kompressor oder aus einem vollgepumpten Reifen in das System
leiten. Allerdings haben diese Geräte nicht den richtigen Anschluß
für den Bremsflüssigkeitsbehälter der Ente, ich keinen
Druckluftan-schluß in meiner Werkstatt und außerdem kosten
die Dinger einiges an Geld. Und als Schwabe habe ich zur Kostenminimierung
mein Gehirn arbeiten lassen. Da bin ich Schwabe, da darfs ich sein
. . . .
So habe ich mir eine eigene Maschinerie zusammengebastelt. Aus Ermangelung
eines Kompressors oder dauerhaftem Druckluftanschluß habe ich mir
überlegt wo ich den Druck herbekomme. Ich griff zu einer stinknormalen
Fahrradluftpumpe, organisierte mir noch ca. 2,5 m Plastikschlauch und einen
alten Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters. An der Fahhradpumpe
habe ich ein Blitzventil fürs Fahrrad reingestopft und den Schlauch
mit einer Schlauchschelle befestigt. Dem Bremsflüssigkeitsbehälter
habe ich die Schwim-merkammer abgesägt und anstelle des Stiftes des
Schwimmers ein Entlüftungsventil eines Bremssattel eingeschraubt, muß
man etwas aufbohren.
An das Ventil habe ich das andere Ende des Schlauchs befestigt. Ein
Problem kommt jetzt noch auf. Das augestöpstelte Teil des Schwimmerdeckels
ist nicht luftdicht. Das habe ich mit Hilfe eines Lötkolbens
quasi plastikmäßig zugeschweißt. Vorgehensweise reichlich
simpel: Bremsflüssigkeitbehälterdeckel wegschrauben und
den Deckel des Entlüftungsgerätes drauf. Dann mit der Fahrradpumpe
nach hinten zu den RBZ, Ventil auf, Schlauch drauf mit Behälter
zum Auffangen der alten Bremsflüssigkeit und lospumpen. Es funktioniert
hervorragend und man ist am Ort des Geschehens und kann tatsächlich
ohne dem HBZ den Kragen umzudrehen alleine die Bremsanlage ent-lüften
bzw.
Die Bremsflüssigkeit komplett wechseln. Geht zwar etwas auf die
Oberarmmuskulatur zwecks wir Pumpen hier bis zum Abwinken, aber steter
Tropfen höhlt den Stein, bzw., entlüftet voll korrekt ey.
Beim Entlüften der Bremsanlage ist zu beachten, daß am
entferntesten Ventil zum HBZ begonnen werden soll, das ist also einer
der RBZ hinten, rechts oder links bei der Ente dann eigentlich egal,
ich habe mir den rechten als ersten ausgesucht, warum weiß ich
auch nicht, hatte aber schon Probleme, als ich links anfing. Hat vielleicht
was mit der Drehrichtung der Erde oder des Yoghurts zu tun oder so
. . .
Danach sinnigerweise vorne am Bremssattel links am Entlüftungsventil
das gleiche Spiel. Bei Trommel-bremsenten logischerweise an den beiden
RBZ.
14er-Rohrschlüssel für den Propeller
Selbst der ADAC steht ziemlich bedröppelt vor einer Ente, wenn die
Zündung nicht mehr das tut, was sie soll oder der Keilriemen teilweise
recht fetzig im Lüftergehäuse schlummert. Die 14er-Nuß mit
1/2'-Antrieb ist zu dick und paßt nicht in den Propeller.
Viele Entenfahrer/-innen haben deshalb besagten 14er Rohr-schlüssel
im Bordwerkzeug. Zum dauerhaften Einsatz ist aber der im allgemeinen
Handel erhältliche Schlüssel ziemlich doof. Die Dinger haben
zwar Löcher um einen Schraubendreher oder so reinzustecken und
als Hebel zu wirken, aber wie oft ist mir da-bei ein Schraubendreher
abgebrochen, wenn die Schraube allzu heftig drin sitzt. Abhilfe stellt
eine stink-normale Nuß SW 18 dar, der auf einen handelsüblichen
Rohr-schlüssel 14x15 auf die 15er-Seite richtig satt draufpaßt.
So kann man mit einem 1/2'-Antrieb oder Rätsche die Schraube
gefahrlos und easy lösen. Sieht auch toll aus dieses Werkzeug
. . .
Es geht auch mit einem 19er-Ringschlüssel und besagtem Rohrschlüssel.
Eine weitere Möglichkeit, die mir Esch-Enten-Burkhard aus Kiel (Danke!)
erzählt hat ist der Einsatz einer stinknormalen 14er-Nuß mit
3/8'-Antrieb, die ist dünn genug und paßt rein, je nach Hersteller,
es passen nicht alle. Wußte ich gar nicht, da ich nur mit 1/4'-
und 1/2'-Antrieb arbeite. Man lernt eben nie aus . . .
Motorraum-Starter
Oft ist es der Fall, daß die Ente mehrmals hintereinander gestartet
werden muß oder zumindest der Ver-such unternommen werden muß
die Kiste überhaupt zum Laufen zu bringen. Das ist z.B. bei der Einstellung
der Zündung oder des Vergaser der Fall. Wenn Ihr dann an der Ente bastelt
habt Ihr sicher verölte Flossen und saut damit den Türgriff, den
Zündschlüssel und den Chokegriff ein. Abgesehen davon geht die
Ente immer dann wieder aus, wenn Ihr die Tür zuhaut und vor zum Motor
wollt. Ich habe mir da eine ganz ein-fache Sache zusammengebastelt. Man
nehme einen Schalter zum Testen der BremsflüssigkeitsKontroll-leuchte
mit zwei Kabeln angeschlossen, so ca. 30 cm lang.
Daran noch zwei Krokodilklemmen ran und gut. Eine Klemme kommt an
der Batterie an Plus, die andere Klemme an das dünnere Kabel
des Anlassers, den Magnetschalter. Achtet darauf, daß alle Anschlüsse
isoliert sind, sonst blitzts. Wenn Ihr jetzt den Taster drückt,
macht Ihr nix anderes, wie den Zündschlüssel umzudrehen
ohne ihn umzudrehen. Gasgeben könnt Ihr ja direkt am Vergaser
an der Drosselklappe und den Choke ebenso. Zündung einschalten
nicht vergessen, Gang raus und Handbremse zu. So könnt Ihr den
Motor starten und gleichzeitig eventuelle Veränderungen an der
Einstellung des Vergasers oder der Zün-dung vornehmen. Falls
Ihr einen Fremdschalter benutzt, achtet darauf, daß es ein Taster
ist, der beim Loslassen sofort wieder den Kontakt unterbricht.
Motoren-Prüfstand
Oft ist es der Fall, daß man irgendwo einen Motor am stehen hat und
eigentlich gar nicht weiß, ob die Ma-schine was kann oder nicht. Oder
irgendein freundlicher Mensch drückt Euch so ein Vieh in die Hand,
weil das schon seit Jahren in der Garage Wurzeln schlägt. Jetzt hat
man also so einen französischen Metall-klumpen in der Werkstatt stehen,
weiß daß das ein Entenmotor ist, aber ob das Ding läuft
oder nicht läßt sich eigentlich nur dann mit Gewißheit
sagen, wenn die Maschine in eine Ente gebaut und versucht wird zu starten.
Der Frust ist groß, wenn der Knalltriebling nach langer Schufterei
klappert und spotzt oder gar nicht anläuft. Dem kann abgeholfen werden.
Ich habe mir da eine Vorrichtung gebaut, um Motoren solo, also außerhalb
der Ente testlaufen zu lassen. Dazu benötigt Ihr erst mal ein
totes Getriebe, das zerlegt wird, so daß die vordere Getriebeglocke
abfällt. Diese wird mit einem Anlasser bestückt. Mit der
Anlasserverschraubung wird gleich ein Batterie-Masse-kabel angeschraubt.
Am Plusanschluß des Anlassers analog ein Pluskabel. An der Anschlußschraube
des Pluskabels für die Batterie wird ein Kabel angeschraubt,
das einen Stecker auf der anderen Seite hat, um am Plusanschluß
der Zündspule angestöpselt zu werden.
Jetzt noch eine Zündspule mit Zündkabeln auf die Kerzen
stöpseln und das Kabel am Motor vom Unter-brecherkontakt auf
Minus der Zündspule. Mit dem vorher beschriebenen Motorraumstarter,
der auf der einen Seite am Magnetschalter und auf der anderen Seite
am Plusanschluß des Anlassers geklemmt wird können wir
Zündschloß spielen. Der Benzinschlauch wird mit einem Stück
neuem Schlauch verlängert und in einen Benzinkanister gestopft.
Ganz edel ist jetzt noch eine Öldruckkontrolleuchte, die einfach
zwischen dem Kabel am Motor und Plus am Anlasser gekabelt wird. Diese
ganze Maschinerie wird jetzt einfach auf den fraglichen Motor geschraubt,
zwei Muttern reichen zum Testen, eine oben rechts und unten links
oder andersrum . . .
Angesichts der Tatsache, daß die Maschine sicherlich eine Weile
stand ist es sinnvoll erstmal den Vergaser und die Benzinpumpe mittels
einer Spritze mit Benzin zu fluten. Und dann auch mal checken, ob die
Kerzen überhaupt noch da sind und unter Umständen die Kontakte
einstellen oder gar erneuern und die Ventile einstellen. Ach - ups - guckt
auch ob überhaupt noch Öl in dem Motor ist. Jetzt eine Batterie
an die Kabel anschließen und los geht's. Stellt die Batterie und
den Benzinkanister vor den Motor, da der Auspuff quasi die Wärmetauscher
sind und da hauts gut Flammen raus . . .
Vor dem ersten Starten den Motor mit abgezogenem Pluskabel an der
Zündspule durchdrehen und gucken ob Öldruck da ist, deshalb
die Öldruckkontrolleuchte. Ist Öldruck da, dann kann die
Maschine nun online, also mit angekabeltem Plus an der Zündspule
gestartet werden. Macht einen Heidenlärm, also nicht unbe-dingt
am Sonntag vor dem Kirchgang diese Aktion veranstalten. Falls der
Motor laufen sollte, so überprüft, ob beide Zylinder optimal
laufen. Einmal könnt Ihr das dadurch überprüfen, wenn
Ihr Eure Hände rechts und links an den Auspuff (der da eigentlich
nicht vorhanden) haltet und überprüft, ob auf beiden Seiten
der gleiche Druck vorhanden ist (Achtung heiß + evtl. Flammen
!).
Wenn die Maschine schon eine Zeitlang lief könnt Ihr auch an
den Wärmetauschern und den Ventildeckeln die Parallelität
der Wärme testen. Ist beides auf beiden Seiten gleich, so sind
das schon gute Voraus-setzungen für eine gute Maschine. Klappern
von Kurbelwellenlagern oder Kolbenbolzen hört man auch bei diesem
Krawall heraus, ich habe mir ein Stethoskop organisiert, das einen
langen Stab hat. Damit kann man gezielt defekte Kurbelwellenlager,
Kolbenbolzen oder nur klappernde Ventile aus dem Lärm heraushören.
Diese Dinger gibt es u.a. bei Hein Gericke oder Louis, den Motorradzubehörfritzen.
Auch ist es nun möglich im ausgebauten Zustand die Kompression
der Maschine zu testen, mit der Kurbel kommt man auf keine echten
Werte. |
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